Ausflug in die Natur - so verbindest du dich!

5 Minuten
10. Mai 2022

Energie tanken in der Natur ist angesagt. Denn im Frühling macht sich die neue Energie und das Leben wieder bemerkbar. Die Vögel zwitschern, die Pflanzen spriessen. Der perfekte Zeitpunkt, die eigene Energie aufblühen zu lassen. Mach einen Ausflug in die Natur! Der Achtsamkeitstrainer und Shinrin-Yoku-Experte Hassan Hjaij gibt dir wichtige Tipps.

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Waldspaziergang

Draussen in der Natur: Nimm dir Zeit, bleib stehen, hör auch mal zu!    Bild: istock.com

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Bestimmt kennst du das Gefühl, wenn du deinen Kopf bei einem gemütlichen Spaziergang in der angenehmen und wohltuenden Atmosphäre des Waldes lüftest. Doch woher kommt das? Forscher konnten nachweisen, dass die Düfte und ätherischen Öle, die die Waldluft füllen, Einfluss auf uns haben. Der Gehalt an Stresshormonen im Blut wird durch diese Moleküle abgebaut, der Blutdruck gleicht sich aus und das Immunsystem wird gestärkt. Auch auf das psychische Wohlbefinden haben diese Duftstoffe einen positiven Einfluss.

Energie tanken

Reduziere dein Tempo: Du bist hier, um dich zu entspannen. Bild: pixabay

Weisst du aber auch, wie du diesen Effekt noch verstärken kannst? Am Schluss dieses Beitrags findest du eine kleine Anleitung dazu.

Wir haben uns von der Natur entfernt

Kurz und einfach zusammengefasst: Es liegt im Wesen des Menschen, dass wir es gerne angenehm und gemütlich haben. Dies ist schliesslich auch überlebenswichtig für uns. Die Bedingungen in der Natur sind nicht immer nur angenehm und lebensfreundlich. Mit der Intelligenz, beheizte Häuser zu konstruieren, schützen wir uns vor der Witterung, vor Nässe und Kälte. Gleichzeitig trennen wir uns dadurch aber auch von der Natur. Oder besser gesagt, schaffen wir dadurch die Illusion der Trennung von der Natur. Wir sind «hier drinnen» und die Natur ist «dort draussen». Dass unser eigentlicher Ursprung ebenfalls «dort draussen» ist, geht dabei oft vergessen.

In der Pandemie den Ausflug in die Natur entdeckt

Mit der Fähigkeit unsere Nahrung für uns herstellen zu lassen und im Laden zu kaufen, fällt auch das Sammeln im Wald und das Hegen und Pflegen eines eigenen Gartens mehrheitlich weg. Wenn wir uns also nicht aus freiem Willen dazu entscheiden in die Natur zu gehen, gibt es anscheinend keinen zwingenden Grund dazu. Unsere Zeit scheint sehr begrenzt zu sein, weil wir so viel Wichtigeres erledigen müssen. Wie Geld verdienen, Karriere machen, anderen Leuten imponieren. So bleibt kaum mehr Zeit, noch freiwillig in die Natur zu gehen.

Plötzlich gab es Zeit

Zeit gab es plötzlich in der Pandemie. Plötzlich hatten alle wieder mehr Zeit. Denn vieles von dem, was sonst unternommen wurde, fiel weg. Wo traf man die Menschen? Genau, in der Natur, draussen im Wald! Ich bin mir sicher, dass einige Menschen dadurch die Natur und deren Wirkung wieder neu entdecken konnten. 

 

Ausflug in die Natur

Zu sich finden im Wald: Was verbindest du mit dem Frühling?  Bild: pixabay

Bevor wir nun aber in den Wald losziehen, möchte ich dich einladen, dir folgende Fragen zu stellen: 

  • Was verbinde ich mit dem Frühling?
  • Was bedeutet der Frühling für mich?
  • Wie nehme ich den Frühling in mir wahr?
  • Was löst der Frühling in mir aus?

Nimm dir einen Moment Zeit und lass diese Fragen und deine Antworten darauf, auf dich wirken.

Überlege dir als nächstes, wo du gerne hin möchtest. Gibt es einen bestimmten Ort? Oder möchtest du lieber einfach losgehen und dich überraschen lassen, wohin es dich zieht?

Ausflug in die Natur entspannt geniessen

Die folgenden Anregungen sollen dir helfen, den positiven Effekt der Natur auf dich zu verstärken und deine Verbindung zur Natur zu fördern. Sie werden dir helfen, dich daran zu erinnern, dass auch du ein Teil der Natur bist. Und los gehts!

  1. Beginne deinen Ausflug so wie gewöhnlich.
  2. Wenn du ca. 10 Minuten in der Natur unterwegs warst, dann nimm dir einen Moment Zeit. Bleib einfach stehen und schau dich um. Was siehst du? Wo befindest du dich? Wie fühlt es sich an, an diesem Ort zu sein? Lass diese Eindrücke einfach auf dich wirken.
  3. Wenn es für dich stimmig ist, dann gehst du einfach wieder weiter.
  4. Richte deine Aufmerksamkeit nun auf dein Tempo. Wie bist du unterwegs? So als ob du den nächsten Bus erwischen solltest, oder wie wenn du die Natur geniessen möchtest? Beobachte einfach, was dir auffällt.
  5. Versuche nun für einige Meter dein Tempo so stark zu reduzieren, wie es dir möglich ist. Wie langsam kannst du gehen? Erinnere dich daran, dass du hier bist, um dich zu entspannen und die Natur zu geniessen. Wie fühlt sich das an, so langsam unterwegs zu sein? Was macht das mit dir? Ist es anstrengend, oder beruhigend? Fühlst du dich wohl dabei oder kommst du dir vielleicht komisch vor?

Ganz egal was du wahrnimmst, versuche dies einfach nur zu beobachten, ohne es zu bewerten. Alles darf so sein, wie es in diesem Moment ist. Führe deinen Ausflug in die Natur so weiter, wie es für dich stimmig ist.

Setz dich hin und lass es auf dich wirken

Ich empfehle dir, dich, bevor du wieder nach Hause gehst, dich einen Moment irgendwo hinzusetzen, oder dich gegen einen Baum zu lehnen. Und die Erfahrungen, die du auf diesem Ausflug gemacht hast, auf dich wirken zu lassen. 

Hast du dich gefragt, wie du achtsamer mit dir selbst sein kannst? Wir haben eine zweiteilige Serie dazu. Schau rein! Er zeigt dir auch, warum lächeln wichtig ist.

Willst du mehr über unseren Waldbaden-Experten Hassan Hjaij und Shinrin-Yoku wissen? Hier gehts zu seiner Website!

Autor: Hassan
Hjaij
Hassan Hjaij ist Achtsamkeitstrainer, Meditationslehrer und transpersonaler Coach. Er ist zudem Shinrin-Yoku-Experte und gründete die Erlebniswelt Waldbaden Ostschweiz.
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