Reichweite mit dem E-Auto ist auch im Winter kein Problem: Du musst nur ein paar einfache Tipps befolgen. Bild: Skoda
Mit Elektroautos ist es wie mit Sportlern: Mit einem Warm-up läuft es deutlich besser. Da kalte Temperaturen die chemischen Reaktionen in der Traktionsbatterien verlangsamen, reduziert sich die Reichweite mit jedem Grad Aussentemperatur weniger auf der Thermometer. Zudem wird der Elektrolyt in den herkömmlichen Lithium-Ionen-Akkus bei Kälte zähflüssiger, wodurch der Widerstand steigt und der Energiefluss eingeschränkt wird. Deshalb ist Wärme im Winter nicht nur für uns Menschen, sondern auch für Elektroautos elementar. Mit ein paar wenigen Vorkehrungen kann man aber viel verbessern, sodass auch bei Eiseskälte getrost elektrisch gefahren werden kann.
Aufwärmen am Kabel ist das A und O: Die Heizung sollte schon vor der Fahrt eingestellt werden – das schont die Batterie. Bild: ampnet
Warm-up am Kabel: So startet das E-Auto effizient
Die meisten neueren Modelle verfügen über eine Standheizung, die sich oft per App oder direkt im Fahrzeug aktivieren oder auf eine feste Einschaltzeit programmieren lässt und so auf Knopfdruck oder für eine bestimmte Abfahrtzeit den Innenraum und die Batterie vorwärmt. Sinnvoll ist das vor allem dann, wenn das Auto dabei an einer Ladequelle angeschlossen ist – dann heizt das Auto auf, ohne dass die Batterie Energie verliert. Es ist deshalb sinnvoll, das Auto auch dann an der Ladestation oder Wallbox angeschlossen zu lassen, wenn es nicht direkt geladen werden muss.
Wer dabei im Freien parkt, kann sogar doppelt profitieren: Der ansonsten eiskalte Innenraum muss nicht während der Fahrt mit Energie aus der Batterie aufgeheizt werden und als positiver Nebeneffekt werden auch gleich alle Scheiben von Schnee und Eis befreit. Mühsames Eiskratzen entfällt. Kann das Auto vor der Fahrt nicht vorgeheizt werden, sollte wenn vorhanden die Front- und Heckscheibenheizung verwenden, um die Fenster von Eis und Schnee zu befreien. Denn auch sie verbrauchen weniger Energie als die Lüftung. Wird ein E-Auto für längere Zeit in der Kälte abgestellt, ohne dass es am Ladekabel hängt, raten Experten dazu, den Ladestand der Batterie im Fenster zwischen 40 und 80 Prozent zu halten.

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Wenn das Auto aufgewärmt ist, reichen oft Sitz- und Lenkradheizung für eine angenehme Temperatur. Bild: Tesla
Clever heizen: Wärme sparen, Reichweite gewinnen
Während der Fahrt kann mit der richtigen Heizstrategie viel Strom gespart und somit die Reichweite verlängert werden. Anstatt den gesamten Innenraum mit dem Heizgebläse aufzuwärmen, reichen oftmals auch Sitz- und Lenkradheizung, um ausreichend warm zu haben – das spart viel Energie ein. Muss dennoch die Innenraumheizung genutzt werden, lohnt es sich, die Umluftfunktion einzuschalten. So vermeidet man, dass stetig kalte Luft von aussen zugeführt wird. Ausserdem sollte man sie gezielt einsetzen und nur die Bereiche heizen, die tatsächlich benötigt werden. Wer allein unterwegs ist, kann beispielsweise den Fond kalt lassen.
Kurze Fahrten mit langen Standzeiten dazwischen sind demnach in der kalten Jahreszeit möglichst zu vermeiden – denn jedes Mal kühlen Innenraum und Traktionsbatterie wieder aus und müssen danach erneut erwärmt werden. Es lohnt sich also, wenn möglich mehrere Erledigungen zu bündeln und lieber eine längere Strecke zu fahren als häufig anzuhalten.
Vorkonditionieren: So lädt die Batterie schneller
Die Temperatur spielt auch beim Laden eine Hauptrolle. Am effizientesten lädt ein Akku, wenn er schön warm ist – 20 bis 25 Grad sind ideal. Bei einer kalten Batterie entsteht mehr Widerstand und die Ladegeschwindigkeit sinkt. Deshalb sollte möglichst immer die Traktionsbatterie vorkonditioniert werden, was in den meisten modernen Elektroautos möglich ist. Allerdings bieten nur einige Hersteller die Konditionierung auf Knopfdruck an – bei vielen anderen Fabrikaten wird die Batterie nur dann automatisch vorgewärmt, wenn im Navi ein Ladestopp eingegeben wird.
Kann die Batterie nicht vorkonditioniert werden, ist es am effizientesten, das Auto unmittelbar nach einer längeren Fahrt zu laden, dann ist der Akku ebenfalls auf einer guten Betriebstemperatur – denn das Batterie-Management-System (BMS) sorgt dafür, dass der Stromspeicher während der Fahrt Wohlfühltemperatur hat. Ist die Batterie beim Start des Ladevorgangs zu kalt, wird das BMS den Ladevorgang deutlich verlangsamen, bis die Batterie entsprechend aufgewärmt wurde und mehr Ladeleistung freigegeben werden kann. Würde eine Batterie bei sehr niedrigen Temperaturen mit viel Leistung geladen, könnte sie irreversiblen Schaden nehmen.
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Um einen Innenraum bei minus 10 Grad Aussentemperatur auf etwa 20 Grad zu halten, benötigen E-Autos rund 1,5 bis 2 kW Heizleistung – das verkraftet der Akku locker. Bild: Skoda
E-Auto im Stau: Warum die Batterie nicht einfach leer wird
Es gilt also einige Punkte zu beachten, wenn man mit dem Elektroauto ärger- und schadenfrei durch den Winter kommen will. Doch die Stromer bieten auch einige Vorteile. Nicht nur, dass ein vortemperiertes Auto bei kalten Aussentemperaturen deutlich angenehmer ist und mühsames Scheibenkratzen damit der Vergangenheit angehören – auch in einem langen Stau sind Fahrer eines Elektroautos gut aufgestellt. Das hartnäckige Gerücht, ein Stromer gehe in einem langen Winterstau als Erstes der Saft aus, ist nämlich Quatsch. Messungen zeigen: Um einen Innenraum bei minus 10 Grad Aussentemperatur auf etwa 20 Grad zu halten, benötigen E-Autos rund 1,5 bis 2 kW Heizleistung. Selbst bei zwölf Stunden Stillstand entspricht das lediglich 18 bis 24 kWh – ein Wert, den moderne Akkus problemlos verkraften. Elektrofahrer können also auch im Stau entspannt bleiben und die wohlige Wärme geniessen.
FAQ – Häufige Fragen zum E-Auto im Winter
Wie stark sinkt die Reichweite eines E-Autos im Winter?
Je nach Modell und Temperatur reduziert sich die Reichweite um rund 10–30 Prozent. Ursache sind chemische Reaktionen im Akku, die bei Kälte langsamer ablaufen.
Wie kann ich die Reichweite bei kalten Temperaturen verbessern?
Vorheizen am Ladekabel, Sitz- und Lenkradheizung nutzen, Umluft einschalten und mehrere Erledigungen in einer Fahrt bündeln.
Wie lade ich ein E-Auto im Winter am effizientesten?
Am besten direkt nach einer längeren Fahrt laden oder – wenn möglich – die Batterie über das Navi oder eine App vorkonditionieren.
Kann ein E-Auto in einem Winterstau liegen bleiben?
Nein. Moderne E-Autos brauchen 1.5–2 kW Heizleistung. Selbst 10–12 Stunden Stillstand sind für heutige Akkus problemlos machbar.
Sollte ich mein E-Auto im Winter immer am Kabel lassen?
Ja, wenn möglich. So kann das Fahrzeug vorheizen, ohne die Batterie zu belasten, und der Akku bleibt im optimalen Ladefenster.
