Abfall vermeiden - so schaffst Du das!

3 Minuten Lesezeit
15. Juni 2021

Ein Sack Abfall pro Person in 365 Tagen? Die Expertin von Zero Waste Switzerland weiss, wie jede Abfall vermeiden kann. Wir stellen uns nur zu wenige Fragen, bevor wir etwas kaufen.

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Abfallsäcke

Jeder Schweizer produziert im Schnitt sieben Kilo Abfall pro Woche – einen ganzen Sack.

Bild: istock.com/franconiaphoto

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Geht das denn? Null Abfall? Mein Mann und ich leben seit bald fünf Jahren in einem Zero-Waste-Haushalt. Und auch wenn ich das gerne hätte: bei null Abfall sind auch wir noch nicht. Das ist auch für Profis ein langer Weg. Die ersten Schritte haben wir hinter uns. Seit 2019 füllen wir einen 35 Liter-Abfallsack pro Person pro Jahr. Das ist eine gute Bilanz, wenn man bedenkt, dass die Durschschnittsschweizer 701 Kilogramm Abfall pro Jahr produzieren (BAFU, Stand 2018).
Davon werden 368 Kilo in den Recycling-Anlagen abgegeben und 333 Kilo landen in den Kehrichtsäcken in den Müllverbrennungsanlagen. Wenn wir davon ausgehen, dass das Maximalgewicht für einen 35-Liter-Sack sieben Kilogramm beträgt, produzieren Menschen hierzulande also 47,5 Abfallsäcke pro Jahr. Fast ein Sack pro Woche also, würde man die Ferien nicht mitzählen. Selbstverständlich gibt es Menschen, welche weniger Abfall produzieren. Doch der Durchschnittswert gibt uns einen Anhaltspunkt.

Ich bin froh, dass wir nur einen Bruchteil der
Menge Abfall produzieren.»

 

Ich bin froh, dass wir nur einen Bruchteil der Menge Abfall zu produzieren. Ich vergleiche mich mit Bea Johnson, die im Jahr 2013 mit ihrem Buch «Zero Waste Home» diesen Lifestyle ins Leben gerufen hat. Sie produzierte bereits damals nur ein kleines Gläschen Abfall mit ihrer vierköpfigen Familie. Mein Ziel ist es, nicht nur keinen Abfall zu produzieren, sondern Menschen zu helfen, ihren Abfall nachhaltig zu reduzieren. Darum engagiere ich mich als Ostschweizer Botschafterin von Zero Waste Switzerland und versuche mit Vorträgen, Infoständen und Beratungen Menschen auf ihrem Weg zu begleiten, welche ihren Abfall auch reduzieren möchten.

Second-Hand: Kleider und Gegenstände wiederverwendenkaufen reduziert den Abfall deutlich.

Second Hand: Gebrauchte Kleider und Gegenstände kaufen und verkaufen – so verringerst du deinen Fussabdruck merklich.

Bild: istock.com/shironosov

 

Zero Waste ist definitiv kein Trend und keine Mode, welche nicht mehr «IN» sein wird. Es ist eine Einstellung, welche mich begleitet. «Waste» heisst auf Englisch nicht nur Abfall, sondern auch Verschwendung. Damit lässt sich dieser Begriff auf viele Bereiche des Lebens ausweiten.

Tipps zum Abfall vermeiden:

  • Brauche ich es wirklich?
  • Muss ich es wirklich kaufen oder kann ich es ausleihen?
  • Kann ich es auch gebraucht kaufen?
  • Kann ich mein altes Gerät reparieren lassen?

Vor dem Kauf muss ich wissen:

  • Wo wird das hergestellt?
  • Welche Materialien wurden dafür verwendet?
  • Wie ist die Qualität? Ist es langlebig oder nächstes Jahr wieder auf dem Abfall?

Das mögen viele Überlegungen sein. Doch sie vereinfachen mein Leben. Ein sehr guter Freund von mir sagte mir im hohen Alter: Besitz belastet mich!» Ich muss sagen, dass ich ihm nur beipflichten kann. In dem wir weniger besitzen, schaffen wir mehr Raum und Zeit für Wichtigeres im Leben. Ich möchte lieber mehr erleben denn besitzen.

PS: Schau zur Inspiration einmal in einem unverpackt Laden in Zürich und Umgebung rein!

Autor:in: Elly
Brufani
Elly Brufani lebt schon lange in einem Zero-Waste-Haushalt und findet kreative Wege, den Fussabdruck zu minimieren.

Kommentare

  • Beatrix:

    Die Menschen müssen immer wieder daran erinnert werden Abfall zu vermeiden. Elly lebt es vor!
    Nachmachen gerne erlaubt😉

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