Globale Erwärmung beschleunigt sich: Warum die Erde immer schneller wärmer wird

3 Minuten
19. März 2026

Die Jahre 2023 bis 2025 waren aussergewöhnlich heiss – und das nicht nur wegen kurzfristiger Effekte. Mehrere Faktoren deuten darauf hin, dass sich die globale Erwärmung zunehmend verstärkt.

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Globale Erwärmung beschleunigt sich

Die Erwärmung der Erde schreitet immer schneller voran – auch fehlende tiefliegende Wolkenschichten spielen dabei eine Rolle.  Bild: istock.com

Die globale Erwärmung beschleunigt sich – das zeigen die aussergewöhnlich heissen Jahre 2023 bis 2025 deutlich. Ein Blick auf die Messdaten zeigt, wie aussergewöhnlich die vergangenen Jahre waren: 2024 lag die globale Durchschnittstemperatur bei rund 1.52 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau – deutlich höher als klimatologisch zu erwarten gewesen wäre.

Der Einfluss von El Niño und La Niña

Ein grosser Grund für die Rekordtemperaturen war der starke El Niño des Jahres 2023/24. El Niño und La Niña sind ausgeprägt warme beziehungsweise kühle Wassertemperaturen im östlichen Pazifik nahe des Äquators. Sie wechseln sich circa alle 10 Jahre ab und beeinflussen das globale Klima. Bei El Niño ist es global oft wärmer, bei La Niña kälter. Der starke El Niño von 2023/24 begann ungewöhnlich früh und hat schätzungsweise 0.13 Grad zum Rekord des Jahres beigetragen. 

Erwaermung Erde

Die globale Erwärmung nimmt zu: Die 30-jährigen Trendlinien werden zunehmend steiler.

Auffällig bei der gemessenen globalen Erwärmung ist, dass der 30-jährige Trend stetig zugenommen hat. Das heisst, es wurde nicht nur heisser, sondern es wurde immer schneller heisser. In den 90er Jahren lag der Trend bei 0.17 Grad Celsius pro 10 Jahren, in den 2000ern bei 0.18 Grad, in den 2010ern bei 0.19 Grad und zwischen 2020 und 2026 bei 0.22 Grad pro 10 Jahren.

Ein Teil davon entspricht dem, was man aus zwei Gründen erwartet. Dazu ist es zuerst wichtig zu wissen, dass unser Einfluss auf das globale Klima aus Dingen stammt, die das Klima einerseits wärmen – beispielsweise Treibhausgasemissionen – aber auch kühlen. Insbesondere Emissionen von Schwefeldioxid haben diese Wirkung.

Weniger kühlendes Schwefeldioxid

Nun nahmen die globalen Treibhausgasemissionen in den letzten Dekaden und Jahren tendenziell nur zu. Alleine das bewirkt, dass es nicht nur heisser wird – rund 0.02 Grad pro Jahr – sondern auch schneller heisser. Daneben gingen viele Emissionen von kühlenden Stoffen zurück, insbesondere Schwefeldioxid. Dies wegen strengeren Grenzwerten, die im Sinne der Gesundheit und des Umweltschutzes absolut Sinn machen. Das Schwefeldioxid aus früheren Emissionen wird in der Atmosphäre langsam abgebaut, weniger Neues kommt nach, der kühlende Beitrag geht zurück und es bleibt unter dem Strich mehr Erwärmung. Gemäss Schätzungen aktuell rund 0.05 Grad.

Weiter gab es 2024 einen besonders starken Sonnenzyklus. Er trug rund 0.01 Grad mehr als erwartet zur globalen Erwärmung bei.

Beitrag Wärme

Die diversen Beiträge zur Erwärmung mit dem vergleichsweise sehr kleinen Effekt natürlicher Veränderungen wie Vulkanen oder der Sonnenaktivität.

Abschliessend kommt ein Teil, den wir in der Wissenschaft noch nicht verstehen. Tiefe Wolken kühlen tendenziell das Klima, hohe wärmen es. Satellitendaten zeigen seit 2015 einen grossen Rückgang der niedrigen Wolkendecke. Das wird zwar durch geringere Schwefeldioxid-Emissionen erwartet, aber nicht in diesem Ausmass. Allgemein zeigen Satellitendaten, dass die Erde seit circa 10 Jahren mehr und mehr Sonnenlicht absorbiert. Das energetische Ungleichgewicht der Erde nimmt zu, es wird schneller wärmer.

Übermässig heisse Jahre erwartet

Nun, wie geht es weiter? Netto-Null ist noch weit weg, bis dann wird der Klimawandel weiter zunehmen. Erste Prognosen rechnen damit, dass es Ende 2026 wieder einen El Niño geben dürfte. 2026 und 2027 würden dann wieder übermässig heiss zusätzlich zum Klimawandel, den wir ohnehin jedes Jahr verstärken.

Allgemein zeigen die Gründe hinter den Temperaturen im Jahr 2023 und 2024, dass eine gute Klimastrategie nicht nur die Minderung der Treibhausgasemissionen berücksichtigt, sondern auch den Umgang mit Emissionen, welche einen kühlenden Einfluss auf das Klima haben.

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Autor:in: Cyril
Brunner
Cyril Brunner ist Klimaforscher an der ETH Zürich und schreibt als Gastautor Beiträge für das Go Green Magazin.
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