Kinder im Netz - warum digitale Sicherheit Familiensache ist

3 Minuten
10. November 2025

Kinder sind heute selbstverständlich online – sie spielen, chatten und entdecken die Welt im Netz. Doch es lauern Gefahren wie Fakes, Scams und digitale Fallen, die selbst Erwachsene oft schwer erkennen. Der Online-Elternabend von Swisscom zeigt, warum Kinder besonderen Schutz brauchen – und wie Eltern Orientierung geben können.

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digitale Sicherheit Familiensache

Ob beim Gamen oder Chatten: Eltern sollten weit mehr als die Bildschirmzeit ihrer Kinder im Auge behalten.  Bild: istock.com

Eltern wissen es: Kinder lieben es nicht nur, ständig online zu sein, sie testen auch Grenzen. Und zwar nicht nur bei der Frage: „Papiiiii, gibst du mir noch ein wenig mehr Bildschirmzeit?“ Sie wollen auf ihren Lieblingsplattformen und -Apps wie Youtube, Snapchat, Whatsapp, Tiktok, Spotify oder ganz einfach beim Surfen im Netz auch immer wieder Neues und Ungewöhnliches sehen. Seien es Liedtexte, die – sagen wir es geschmacksneutral – ein zweifelhaftes Vergnügen sind oder beispielsweise riesige Chats, in welchen sie mitdiskutieren wollen („Sogar Noah darf das!“).

Kinder sind neugierig, vertrauensvoll und offen – genau diese Eigenschaften machen sie in digitalen Räumen besonders verletzlich. Sie reagieren so, wie sie es auch ausserhalb des Netzes tun. Sei es auf den Gruppendruck der Klasse (auch die Diskussionen um die richtigen Sneakers oder die bei Jungs so wahnsinnig angesagten schwarzen Jacken lassen grüssen) oder scheinbare Freundschaft. Gleichzeitig fehlt ihnen die Erfahrung, um im digitalen Raum Manipulation zu erkennen oder Grenzen zu setzen.

„Fake, Scams und fiese Tricks“ – die ganze Sendung

Willst du mehr zum Thema erfahren? Beim Swisscom-Elternabend diskutierten der Comedian Manu Burkart, der Psychologe Dieter Studer, der Medien-Experte Michael In Albon und Moderatorin Claudia Lässer. Hier gehts zur ganzen Sendung! 

Tiktok und Co. – wenn Vertrauen zur Falle wird

Cyberkriminalität zielt heute weniger auf Technik, sondern auf Menschen. So genannte „Social Engineering“-Angriffe funktionieren über Vertrauen und Emotionen. Täter geben sich als Gleichaltrige aus, täuschen Hilfsbereitschaft oder Interesse vor – und nutzen das Vertrauen dann gezielt aus. Für Kinder ist das besonders gefährlich, weil sie Online-Beziehungen oft als real erleben – ohne zu merken, dass die andere Person nicht ist, wer sie vorgibt zu sein.

Interessant ist hier: Wenn Kinder das erste Mal allein im Strassenverkehr unterwegs sind, begleiten wir Eltern sie: Wir erklären den Fussgängerstreifen, zeigen, wie schnell die Autos oder das Tram heranrauscht oder warum auch ein Velo nicht ungefährlich ist. Dort ist das eine Selbstverständlichkeit. Die Begleitung im Internet vergessen Eltern aber oft, weil sie die digitalen Räume nicht vor sich sehen. Eine zwielichtige Person im Chat kann so gefährlich sein wie ein schnelles Auto – wir müssen es aber wahrnehmen.

Auf TikTok und Instagram kursieren derzeit Fake-Profile, die sich als Teenager ausgeben und Kinder in Gruppen-Chats locken. Dort werden sie über scheinbar harmlose Challenges oder „Vertrauensspiele“ dazu gebracht, persönliche Informationen oder Bilder zu teilen. Solche Fälle landen regelmässig bei den Behörden – und zeigen, wie geschickt Täter das Vertrauen von Kindern ausnutzen.

Scham als gefährlicher Verbündeter

Viele Kinder erzählen erst, wenn etwas passiert ist – und manchmal gar nicht. Scham, Angst vor Ärger oder die Sorge, die Eltern zu enttäuschen, halten sie zurück. Täter nutzen das gezielt aus: „Wenn du es jemandem sagst, wird alles schlimmer.“ Eltern können hier am meisten bewirken, wenn sie ruhig bleiben, zuhören und Vertrauen signalisieren. Nicht Vorwürfe, sondern Offenheit helfen, damit Kinder überhaupt sprechen. Wer von seinen Kindern dann Dinge hört wie „Mama, ich bin aus dem Chat raus, weil komische Personen da drin etwas posteten“ weiss zumindest: Mein Kind vertraut mir. Und das ist ein guter Start.

Was früher Einzelfälle waren, ist heute Alltag: Laut Swisscom werden in der Schweiz mehrere digitale Straftaten pro Stunde verzeichnet – Tendenz steigend. Betroffen sind längst nicht mehr nur Unternehmen, sondern auch Familien. Gemäss dem Bundesamt für Cybersicherheit gibt es von Unternehmen und Bevölkerung wöchentlich bis zu 1700 gemeldete Cybervorfälle. Und das ist nur die Spitze des Eisbergs.

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Die digitale Welt eröffnet sich durch die vielen Apps und ist manchmal undurchsichtiger, als wir denken.  Bild. istock.com

Auch Gaming-Apps sind nicht „nur ein Spielplatz“

Technische Schutzmassnahmen sind wertvoll – doch sie ersetzen kein Gespräch. Kinder brauchen Eltern, die verstehen, was sie online erleben, und mit ihnen darüber reden. Wer weiss, wie Manipulation funktioniert, kann sie leichter erkennen.

Selbst scheinbar sichere Plattformen wie Gaming-Apps oder Lernplattformen sind nicht frei von Gefahren. In Chatfunktionen können Fremde Kontakt aufnehmen, und In-App-Käufe oder versteckte Werbung verleiten Kinder schnell zu Klicks.  Das Netz ist kein Feind, aber es ist auch kein sicherer Spielplatz. Kinder müssen lernen, sich dort zu bewegen – so wie sie es im Strassenverkehr tun. Der Online-Elternabend von Swisscom hilft Eltern, Gefahren zu erkennen, Mechanismen zu verstehen und Kinder besser zu begleiten.

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Dieser redaktionelle Beitrag entstand im Rahmen der Kooperation mit Swisscom. Er entspricht den Nachhaltigkeitsanforderungen von Go Green.

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Autor:in: Go
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