KI eröffnet auch beim Lernen neue Perspektiven – solange sie sinnvoll eingesetzt wird. Bild: istock.com
Die Würfel sind gefallen! Die Tochter hat die Gymi-Aufnahmeprüfung bestanden. Dank ihrer Intelligenz und Ausdauer, dank zwei sehr guten Lehrern in der Primarschule – und ein ganz klein wenig auch dank mir, dem Vater. Der sich heldenhaft mit reinkniete, wenn sie schreiend mit der Mathe-Übung aus dem Zimmer kam. Okay, ich gebe zu: Es war zu grossen Teilen KI – konkret ChatGPT – , die mir wiederum öfter aus der Patsche half. Denn wie ums Himmels Willen sollte ich – 40 Jahre nach meiner Primarschulzeit – wissen, wie schnell 5 Schneiderinnen und 2 Lehrlinge mit einer Arbeit fertig werden, wenn erstere 2 Mal schneller sind als letztere und die einen dazu – so blöd aber auch – zwischendurch auch noch für ein paar Tage krank werden? Eben! Also habe ich mich Schritt für Schritt von ChatGPT anleiten lassen. DAS WAR GOLD WERT! Dazu liess ich KI dann auch noch eine ganze Reihe Übungstests generieren – fertig war das Wunderkind! Aber natürlich stellte ich mir auch Fragen dazu: Hatte ich meine grauen Zellen so nicht etwas unterfordert? Und mein Kind auch?
KI ist längst Teil des Lernalltags
Fakt ist, dass für Schüler und Jugendliche KI natürlich längst Teil des Lernalltags geworden ist. Auch in der Schule. In der Schweiz haben 71 Prozent der Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren bereits KI-Tools für schulische Aufgaben genutzt. Bei den 18- bis 19-Jährigen liegt der Anteil sogar bei 84 Prozent.
Und die Verbreitung nimmt rasant zu. Der Anteil der 13- bis 18-jährigen, die generative KI nutzen – von der Zusammenfassung eines Buches bis hin zur Bildgenerierung für ein Schulprojekt – ist von 37 Prozent im Jahr 2023 auf sagenhafte 77 Prozent im Jahr 2024 gestiegen. Bei den Studierenden sind es bereits 86 Prozent, die KI für die Ausbildung nutzen.
Online-Elternabend zum Thema
„Kids & KI – Chancen und Risiken“
Wann: 31. März 2026, 20:00 Uhr
Wo: live im TV auf blue Zoom, online auf dem YouTube-Kanal von Swisscom
Mit: Claudia Lässer (CEO, Moderatorin und Mutter), Sarah Genner (Digitalexpertin, Medienwissenschaftlerin und Autorin), Werner Odermatt (Primarlehrer und «KI-Pionier») und Michael In Albon (Jugendmedienschutz-Beauftragter Swisscom und Vater)
Am Online-Elternabend «Kids & KI – Chancen und Risiken» diskutieren die Expert:innen darüber, was Eltern über KI im Familienalltag wissen müssen, um ihre Kinder zu begleiten. Während der Sendung werden Fragen im Live-Chat auf dem Swisscom YouTube Channel beantwortet.
Chancen – aber auch neue Fragen
Dass KI durchaus viele positive Seiten hat, ist unbestritten. So kann es das Lernen etwa stark beschleunigen. In einer Studie lernten Schülerinnen und Schüler mit KI-Tutor mehr als doppelt so schnell wie im klassischen Lernalltag. 53 Prozent nutzen KI zur Informationssuche, 51 Prozent für Ideen und Brainstorming, 36 Prozent, um sich schwierige Konzepte erklären zu lassen.
Gleichzeitig ist die Versuchung da, gleich alles zu delegieren – nicht etwa wie im Beispiel der Gymi-Vorbereitung, bei der die Tochter zwar den Rechenweg erklärt bekam, die Rechnungen an sich aber selber löste. In einer amerikanischen Studie geben 42 Prozent der Jugendlichen an, KI bereits genutzt zu haben, um Schulaufgaben zu erledigen, statt sie selbst zu machen.
Hier der Vorteil der individuellen Lernhilfe, die Chance, dass unseren Kindern komplexe Inhalte verständlich erklärt werden und im Optimalfall sogar die Kreativität gefördert wird, dort das Risiko, dass sie KI ständig brauchen statt selber zu denken, dass sie alles glauben und Falschinformationen nicht mehr von richtigen unterscheiden können.
Teenager sind mit KI vertraut: 71 Prozent nutzen sie für schulische Aufgaben. Bild: istock.com
KI macht auch Fehler – und nicht zu knapp
Denn wir vergessen gerne, dass die Systeme alles andere als perfekt sind. Eine Studie im Fachjournal JMIR zeigte beispielsweise, dass ChatGPT 3.5 insgesamt 39,6 Prozent falsche oder erfundene Quellen generierte. Erwiesen ist auch eine durchschnittliche Fehler-, beziehungsweise Halluzinationsrate von etwa 23 Prozent oder dass 20 Prozent der wissenschaftlichen Quellen komplett erfunden waren. Und eine Untersuchung von BBC und europäischen Medienhäusern fand heraus, dass 45 Prozent der Antworten von KI-Assistenten grosse Fehler enthielten. Aber wie sind wir davor gefeit? Und wie können wir KI vertrauen?
Über solche Fragen diskutieren Expertinnen und Experten am nächsten Online-Elternabend von Swisscom.
Online-Elternabend: Die Expert:innen

Werner Odermatt – Primarlehrer und «KI-Pionier»
Arbeitet seit vielen Jahren als Primarlehrer und Medienpädagoge. Veränderung und KI gehören bei ihm zum Alltag. Er ist Vater von drei erwachsenen Söhnen im Alter von 23, 27 und 30 Jahren.

Sarah Genner – Digitalexpertin, Medienwissenschaftlerin und Autorin
Ihr Spezialgebiet sind die Auswirkungen digitaler Medien und Technologien auf Mensch, Gesellschaft und Arbeitswelt. Sie ist Autorin zahlreicher Studien und Publikationen, etwa des Elternratgebers «Medienkompetenz» und des Buchs «ABC Digital». Sie war von 2010 bis 2018 an der ZHAW in der Fachgruppe Medienpsychologie und Mitautorin der JAMES-Studie.

Michael In Albon – Jugendmedienschutz-Beauftragter Swisscom und Vater
Er ist Jugendmedienschutzbeauftragter bei Swisscom, Sprachwissenschaftler und Vater von zwei Söhnen im Alter von 14 und 16 Jahren.

Claudia Lässer – CEO und Moderatorin
Sie ist CEO der Entertainment Programm AG und leitet beim Pay-TV-Sender blue+ von Swisscom die Sparten blue Sport und blue News. Sie ist Mutter einer 11-jährigen Tochter.
Online-Ratgeber «KI verstehen: Chancen, Risiken und Anwendungen»
Keine Zeit, am Online-Elternabend dabei zu sein? Kein Problem! Auf dem Swisscom-Campus finden Sie einen Ratgeber zum Thema.
Dieser redaktionelle Beitrag entstand im Rahmen der Kooperation mit Swisscom. Er entspricht den Nachhaltigkeitsanforderungen von Go Green
