Liebes Christkind,
mein Wunschzettel
wäre...

3 Minuten
16. Dezember 2022

Ich hätte so viele Wünsche und Ideen rund um mehr Natur. Nicht nur, um unsere Heimat und damit auch Identität zu bewahren, sondern schlicht um unsere (wirtschaftliche) Lebensgrundlage zu erhalten. Und weil mein Herz gross ist, egal ob für Tiere oder Flechten, und ich all diesen Lebewesen mehr Platz zum Leben wünsche. Ein Wunschzettel ans Christkind mit drei Wünschen also, dann bleibt anderen auch noch Platz, um sich etwas für die Natur zu wünschen, okay?

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Christkind Wunschzettel

Die frühere SRF-Kaderfrau und -Moderatorin Bettina Walch hat drei Weihnachtswünsche für die Biodiversität – und welche hast du?  Bild: Plan Biodivers

Also, zu Weihnachten wünsche ich mir…

1. mehr Wildnis und Unordnung im Siedlungsraum

Für mehr Insekten oder Spinnen und damit auch Vögel, Fledermäuse und Reptilien, weil sie für sich und ihren Nachwuchs wieder mehr zu Fressen finden. Schnecken, Regenwürmer und sonstiges Kleingeschmäus finden auch wieder mehr Platz. Das wiederum bedeutet ebenfalls mehr Futter, zum Beispiel für den Igel. Immerhin sind allein in der Stadt Zürich in den letzten 25 Jahren fast die Hälfte aller Igel verschwunden. Sie gehören zu den grossen Verlierern in der ganzen Schweiz.

Igel Siedlungsraum

Der Igel braucht unbedingt wieder mehr Lebensraum zum Schlafen und Fressen. Übrigens: Der Igel selbst ist wiederum ein Festessen für Uhu, Dachs, Fuchs und Co.  Bild: istock.com

2. mehr Wohnraum für Vögel oder Fledermäuse

Zu Weihnachten, liebes Christkind, wünsche ich mir als zweites, dass die Dachkanten unserer Häuser wieder zu Nistplätzen werden, so wie früher. Das lindert die akute Wohnungsnot von Schwalben, Mauerseglern und Co. Gibt es etwas Schöneres als plaudernde Schwalben und kreisende Mauerseglertrupps überm Kopf?
Alte, tote Bäume wünsch ich mir ebenfalls als Nist- und Futterplatz. Und Hochstammbäume. Genau! Liebes Christkind, die wünsche ich mir auch… In der Schweiz hatten wir mal 15 Millionen Hochstammbäume. Das ist unsere Kultur, unsere typisch schweizerische Landschaft. Heute sind es noch um die 2,3 Millionen. Geht das? Wieder mehr Hochstammbäume?

Alte Bäume Biodiversität

Hochstammbäume, ob in Siedlungen oder in der freien Landschaft, sind für Vögel und viele andere Tiere ein wichtiger Lebensraum.  Bild: Plan Biodivers

Bis jetzt macht das grosszügig gerechnet zwei Wünsche: Mehr Fressen und Schlafen für alle.

Kann ich mir auch etwas Abstrakteres wünschen? Dann wünsche ich mir…

3. dass Politiker:innen und Entscheidungsträger:innen vermehrt das grosse Ganze im Blickfeld haben.

Ich wünsche mir, dass wir alle, insbesondere auch die Entscheidungsträger:innen wieder mehr Verantwortung fürs Allgemeinwohl übernehmen. Ich wünsche mir auf Fakten beruhende Diskussionen, bei denen gestritten wird, was langfristig gesehen die wahrscheinlich beste Lösung für alle ist. Und bei denen nicht schon auf die nationalen Wahlen im 2023 geschielt wird. Ich wünsche mir relevante Orte, wo Lobbyistinnen aussen vor bleiben – ausser sie sind Fachexperten. Ja, das wäre mein dritter Wunsch: Ganzheitlich durchdachte Lösungen und evidenzbasierte Entscheide, um die hart gerungen worden ist, so, dass sie auch in 20 Jahren noch die richtigen waren.

Danke, Deine Bettina

PS: Ich hab mich extra kurz gehalten. Darum: Was sind denn eure Weihnachtswünsche für die Natur? Nennt sie doch bitte in den Kommentaren. Ich würde mich sehr freuen, diese ebenfalls zu kennen!

 

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Autor:in: Bettina
Walch
Die ehemalige SRF-Kaderfrau Bettina Walch leitete zwei Jahre lang das SRF-Projekt «Mission B» für mehr Biodiversität und setzt sich heute mit ihrer Geschäftspartnerin Isabella Sedivy und ihrem Team bei Plan Biodivers für naturnahe Lebensräume ein.
planbiodivers.ch
Kommentare
  • Isabella Sedivy:

    Liebe Bettina, ich glaube zwar nicht ans Christkind, aber ich denke, ich würde mir wünschen, dass die Menschheit aufhört, Tiere für Fleisch, Milch, Eier oder Felle zu quälen. Das würde milliardenfaches Leid verhindern und der Natur wieder ganz viel Platz zurückgeben.

  • Büchel Büchel:

    Möge die Rebe die reifsten Beeren tragen,der Hopfen hoch in den Himmel schiessen, ich wünsche wir dürfen noch lange die Natur geniessen!!
    Merry Christmas!!😘

    • Bettina Walch:

      Jaaa, Hopfen… So eine hübsche Heil- und Nutz-Pflanze, die nicht nur eine Bienen- oder auch Schmetterlingsweide, sondern auch ein bezaubernder Sichtschutz ist, wenn er in den Himmel schiesst! Klar, ohne Bier wär’s fad.
      Fröhliche Weihnachten dir auch, lieber Büchel Büchel 🍺

      • Simon:

        haben wir dieses Jahr in unserem Garten gepflanzt 🙂

  • Verena:

    Danke für diese wichtigen Wünsche. Kann mich nur anschliessen mit mehr Respekt für Natur & Tiere. Wenn jede/r nur etwas von seiner Bequemlichkeit abgibt, dann wäre das wunderbar für die gesamte Umwelt. Schöne Weihnachten allerseits 🌲

    • Bettina Walch:

      Liabi Verena, und man bekommt ja so viel zurück, wenn es um einen herum blüht und duftet, bzw. zirpt und summt. Dir o, uuu schöni Wiahnachta 🎄

  • André:

    Weniger Rasen dafür Insektenweiden.
    Mehr „unaufgeräumte“ Gärten.
    Weniger Rasenmähroboter.
    Überlegter einkaufen.

    • Bettina Walch:

      Ein Hoch auf deine Wünsche, lieber André!

  • Christian:

    Ich wünsche mir weniger Fleisch- und Milchkonsum. Ein zunehmendes Verständnis dafür, dass dieses Tierleid unnötig ist und wir aus Rücksicht auf den Planeten mehr und mehr pflanzlich essen. Und dass wir so viele Flächen eines Tages der Natur zurückgeben könnten.

    • Bettina Walch:

      Das wünsche ich mir auch, lieber Christian. Wir hätten mehr Fläche für die Natur, bräuchten weniger Staatsgelder für fehlgeleitete Subventionen und es wäre Klimaschutz. Und wenn wir zwischendurch Fleisch essen, dann aus anständiger Tierhaltung und idealerweise auf dem eigenen Hof rasch und möglichst schmerzlos getötet.

      • Claudia Zahner:

        Ja, minim besser. Wobei wir uns da auch nichts vormachen sollten mit dem Bauern von nebenan. Auch da werden die Kühe dauergeschwängert, damit sie Milch geben. Und die Kälber gleich nach der Geburt entfernt. Dann werden diese Tierkinder entweder nach 7 Tagen Schutzzeit an eine Wand geschlagen oder nach ein paar Wochen des Mästens getötet. Die Kühe werden nach ein paar Jahren permanenter Schwangerschaft aussortiert, sobald die Milchleistung runtergeht. Nach einem Drittel der Lebenszeit. Die Gülle auf den Feldern macht auch beim Bauern nebenan Lachgas, die Kuh rülpst auch dort Methan. Ich sage darum einfach: Von allem tierischem viel, viel weniger – egal von wo.
        Und mein zweiter Wunsch: Eine Schweiz mit flächendeckender Photovoltaik, damit wir unseren eigenen sauberen Strom haben. Und am besten auf allen Dächern einen wildwuchernden Garten dazu.
        Und Menschen, die am Luganersee oder in Ligurien an der Sonne liegen statt in Las Palmas. Merry X-mas!!

  • Berni:

    Ich wünsche mir, dass das Referendum gegen den Gegenvorschlag zur Gletscherinitiative nicht zustande kommt. Wenn doch, dann sollten wir überwältigend deutlich für mehr Klimaschutz stimmen.
    Schöne Festtage!

    • Bettina Walch:

      Lieber Berni, das treibt mich ebenfalls um: Die Demokratie kommt in Bezug aufs Allgemeinwohl offenbar an die Grenzen. Diverse Businessmodels sind für einige grosse Player zu lukrativ, wieso darauf verzichten, bloss, weil es langsam ungemütlich wird? Die kurzfristige Rendite ist zu verlockend. Und politisch holt man sich mit Verboten und Geboten wenig Freunde. Gleichzeitig setzen Firmen mit umweltschädigendem Angebot auch finanziell viele Mittel ein, um „gegen die Verbotskultur“ Leute zu mobilisieren. Wie wir aus dieser System-Falle rauskommen, wüsst ich echt gerne.

  • Christa:

    Ich wünsche mir, dass der Bund z. B. die Errichtung von Kinderhospizen (das erste überhaupt in der Schweiz wird rein privat finanziert) subventioniert statt zuerst die „Produktion“ und dann die Massentötung von 50 000 „überflüssigen“ Schweinen. Und – höchst konkret – das Verbot von Laubbläsern.

    • Bettina Walch:

      Liebe Christa, da bleibt man tatsächlich fassungslos zurück, wie priorisiert wird. Bester Beweis, wie die Kinderlobby weniger gut mandatiert ist als unsere Agrarlobby. Das sagt auch viel über ein gesellschaftliches Wertesystem aus. Ein schöner Wunsch fürs Christkind: Eine Justierung unserer Werte zurück ins Lot. Danke!

    • Bettina Walch:

      Ein Verbot von Laubbläsern, ein super Wunsch fürs Christkind, danke… Unsere Insekten werden immer weniger, doch ohne Insekten kein funktionierendes Ökosystem. Und der Laubbläser tötet Insekten gnadenlos, abgesehen davon, dass er nervt.

  • Zora Zuliani:

    Statt einer Änderung der Landnutzung hin zu Versiegelung und landwirtschaftlich intensiv genutzten Flächen, wünsche ich mir, dass naturnahe Lebensräume bewahrt werden. Zudem wünsche ich mir, dass neue Naturschutzzonen definiert werden, um mehr Platz für Wildtiere und einheimische Pflanzen zu schaffen.

    • Bettina Walch:

      Danke, liebe Zora für deinen Wunsch
      Ja, eine Umkehr der sogenannten „Landnutzungsänderung“, die ausserdem ein grosser CO2-Treiber und damit schlecht fürs Klima ist, wäre so ein wichtiger Punkt, um die gratis Leistungen unserer Natur für die Zukunft zu sichern. Dazu gehören z.B. gefiltertes Wasser und saubere Luft. Hoffen wir, dass der Entscheid an der #COP15 30 % der Länder bis 2030 unter Schutz zu stellen etwas bringt, auch wenn er rechtlich kaum etwas Wert ist.

  • Andreas:

    Liebe Bettina! Ich wünsche mir mehr Artenvielfalt. Mehr Artenvielfalt bedeutet für mich (für uns alle) mehr Lebensqualität. Wer hätte etwas gegen mehr Lebensqualität einzuwenden? Sicher niemand. Wir erreichen mehr Qualität in unserem Leben nicht durch gesteigerten materiellen Konsum, sondern durch mehr Lebendigkeit in unserem Umfeld. Am Arbeitsplatz, Zuhause, in der Stadt oder in der Landschaft. Ein Schwalbennest an der Häuserfassade, die Wegwarte am Straßenrand und der Zitronenfalter im Vorgarten. Schaffen wir Bedingungen für mehr Arten in unserem Umfeld, beschenken wir uns selbst.

    • Bettina Walch:

      lieber Andreas, dein Wunsch beinhaltet eigentlich alles: Mehr Artenvielfalt, mehr Lebensqualität, egal wo. Danke für deinen schönen Wunsch an uns alle. Wir haben es selbst in der Hand.

  • Sabrina Stettler:

    Ganz grundsätzlich wünsche ich mir unsere Artenvielfalt zurück. Ich gehöre zu der Generation, die sich zwar Diversity auf die Fahne schreibt, Artenvielfalt aber nur aus dem Fotoalbum unserer Grosseltern kennt. Besonders, wenn ich an meinen Kindheitstraum denke; wie David Attenborough die Welt bereisen und verschiedene Naturspektakel auf Kamera festzuhalten, da werde ich schon etwas wehmütig.

    Ich denke aber, auch unter der grössten Tanne der Schweiz – die übrigens mit ihren beachtlichen 58 Metern in Neuenburg steht – hätte dieser Wunsch ans Christkindli keinen Platz. Daher wünsche ich mir wohl besser etwas Realistischeres: Ich wünsche mir, dass Natur in unserem Denken, Handeln und Herzen wieder den Stellenwert einnimmt, die ihr zusteht. Biodiversität ist Teil unserer Lebensgrundlage. Jede und jeder Einzelne trägt daher die Verantwortung, sie zu erhalten. Sei es beruflich, privat, im Verein oder einfach mit unserem Interesse – wir sind alle aufgefordert für unsere Existenz einzustehen.

  • JJ:

    Ich wünsche mir, dass der Wahnsinn „Fast Fashion“ gestoppt wird. Für ein T-Shirt werden 5 Badewannen Wasser benötigt, sowie Energie mit der man 55Km autofahren kann (ist einfach ein Mass, das man versteht). Da werden billige Kleider gekauft, einmal getragen und dann entsorgt. Hunderte von Tonnen Kleider werden entsorgt, meistens verbrannt. Überflussgesellschaft pur.

    • Bettina Walch:

      Liebe:r JJ, Weniger, bzw. keine Fast Fashion mehr, das wäre tatsächlich ein Riesengewinn. Laut ORF Science ist die Modebranche der zweitgrösste Umweltverschmutzer nach der Ölbranche.. Mit diesem Wunsch wäre viel Gutes getan… Danke!

  • Fritz Bachmann:

    Mein Weihnachtswunsch für die Natur; dass wir Landwirte, die aus eigenem Ansporn aus sich für Biodiversität und schonende Landwirtschaft einsetzen, von der Politik, Gesellschaft und der Bauernlobby eine grössere Anerkennung bekommen!

    • Bettina Walch:

      Lieber Fritz, den Wunsch teilen wir von Plan Biodivers mit dir! Es gibt so viele Bauern, die ihren Betrieb und den Anbau innovativ und bewusst verändern. Und man unterscheidet oft zu wenig, dass es die intensive Landwirtschaft ist, die gegen die Natur arbeitet. Auch dafür setzen wir uns ein. Dass der Gesellschaft bewusst wird, dass es um unser ganzes Ernährungssystem geht und nicht nur um „die Bauern“, die für oder gegen die Natur arbeiten. Es geht um Subventionen, um die Agrarlobby, um Zwischen- und Detailhändler und ja, auch um uns Konsument:innen.

  • Felix Rusterholz:

    Liebes Christkind
    Ich wünsche mir…
    dass es sich mit den COP15-Zielen der UN Biodiversitätskonferenz anders verhält als mit den Neujahrs-Vorsätzen. So zum Beispiel mehr Sport treiben.
    Alle Jahre fasse ich mir diesen Vorsatz wieder von Neuem. Doch die gesteckten Ziele weichen zu schnell in weitere Ferne. Dumm, denn Fitness ist Lebensqualität.
    Auch die Natur braucht fit zu bleiben, weil der Verlust an Arten verhält sich ähnlich, wie der Abbau unserer Muskulatur. Verloren ist schnell, der Wiederaufbau dauert um ein Vielfaches länger, wobei der Ursprungszustand nach einer gewissen Zeit nicht wieder erreicht werden kann.
    Damit nicht weiterhin so viele Tier- und Pflanzenarten aussterben, Lebensräume zerstört werden und natürliche Ressourcen verschmutzt oder ausgebeutet werden, muss der Umgang mit unserer Natur neu gedacht werden. Und wer nicht ans Christkind glaubt ist aufgefordert, sich an diesem Prozess zu beteiligen.
    Baut monotone Rasenflächen zu blütenreichen Bienenweiden um. Toleriert Wegwarten und Karden, wenn sie die Kieswege säumen. Entsiegelt Asphaltbrachen, die den Bäumen sinnlos das Regenwasser verwehren. Pflanzt heimische Bäume und Sträucher, denn vor allem sie werden im Winter, auf der Suche nach Beeren und Früchten, von teils grösseren Vogeltrupps angeflogen. Räumt im Herbst eure Gärten nicht aus, dann bieten die dürren Stauden nicht nur ökologisch wertvolle Sämereien, sondern verzaubern selbst urbane Aussenräume in einzigartige Winterlandschaften.
    Auf zu vielfältigem Siedlungsgrün.

    • Bettina Walch:

      Lieber Felix, Ich wäre soo gern Christkind – auch bei deinem Wunsch. Umso schöner zu wissen, dass ihr mit greenmanagement aktiv Menschen unterstützt, nicht nur Vorsätze für mehr naturnahe Flächen zu schaffen, so wie du sie beschreibst, sondern diese auch wirklich umzusetzen… Wenn schon keine weisse Weihnachten, dann, genau, auf alle Fälle: Auf zu vielfältigem Siedlungsgrün.

  • Alex Deitermann:

    Mein Weihnachteswunsch für die Natur ist, dass jeder, der für ein Stück Erde (Äcker, Wiesen, Gärten, Wälder, Seen, Meere, alles) verantwortlich ist, 10% so natürlich wie möglich belässt, damit sich dort alles „wild“ entwickeln bzw. erhalten kann.
    Wer hat das Recht, 100% nur für sich selbst in Anspruch zu nehmen – zu lasten tausender anderer Arten?

    • Bettina Walch:

      Danke, lieber Alex, auch für diesen Wunsch – 10 %, das wäre schon ein guter Anfang. Die Wissenschaft und damit auch die COP15, die eben zu Ende ging, fordern 30 % bis 2030, weil sonst zu viele Lebensräume zerstört und Arten unwiederbringlich ausgerottet worden sind.

  • Pia von Felten:

    Liebes Christkind ich habe gerade zwei Anliegen:

    1. Auf meinem Wunschzettel für die Natur steht: Die Sackgebühr für Kehricht entfernen. Mit der Sackgebühr hat der Kehricht-Tourismus und „alles auf den Boden werfen“ angefangen. Auf jeder Verpackung im Laden ein paar Rappen aufrechnen. Flaschenpfand einführen. Wenn jemand etwas auf den Boden wirft, Strafen wie in Singapur.

    2. Ladenbesitzer sollten gebüsst werden, die Essen entsorgen, wie das in Frankreich und Tschechien der Fall ist. Ich wohne hinter einer Landi und sehe ganze Grün-Container voll mit geniessbaren Esswaren (Gemüse, Früchte usw.) alles wird entsorgt. Ich habe die entsprechenden Personen schon X-mal angesprochen, dann wurde der Grün-Container nicht mehr nach draussen gestellt, im Moment ist er mit einer grossen Kette abgeschlossen. Auch werden Pflanzen (kommen alle von Holland) welche nicht verkauft werden (auch nicht bei 50%) am Abend alle in den grossen Containern entsorgt (Astern, ganze Olivenbäume usw). Mir blutet jedes mal das Herz wenn ich das ansehen muss. Was muss in der Schweiz geschehen, dass wir aufwachen!

    • Bettina Walch:

      Liebe Pia
      Interessanter Wunsch, dein erster. Ich bin mir nicht sicher, ob wir damit nicht das Kind mit dem Bad ausschütten, dank Sackgebühr ist sicher sehr viel mehr Abfall recycliert worden. Bin also sehr gespannt, wie das Christkind hierzu entscheidet. Und mir persönlich war Singapur zu drakonisch, aber auch hier: interessanter Ansatz, danke vielmals für deine Idee! Zum zweiten Wunsch – ja, damit wäre sooo viel erreicht und getan. Für die Biodiversität hierzulande und im Ausland, genauso wie fürs Klima. Auch hier: Vielen herzlichen Dank für deine Gedanken und die guten Wünsche! Alles Liebe, Bettina

  • Gabriela Babel Singh:

    Wünsche mir eine naturnahe Ausbildung für Hauswarte ebenso wie für Gärtner. Grässlich was die zum Teil anrichten. Im Weiteren sollte endlich mal untersucht werden, wieviele Insekten in den Siloballen zugrunde gehen. Interessanterweise geht nämlich der Rückgang der Insekten, mit der Einführung der Siloballen einher, also seit gut 30 Jahren! Auch der dafür verwendete Plastik schadet mannigfaltig unserer Natur. Schafft Zoos ab und entdeckt die heimische Flora und Fauna, zu Land und zu Wasser. Die Tabakkonzerne sollten zur Kasse gebeten werden, weil sie es immer noch nicht auf dem Radar haben, ihre Konsumenten zu einem umweltgerechten verhalten zu bewegen. Kippen gehören nicht in die Natur, nicht in den Gulli, nicht unter Zug und Tram.

    • Isabella Sedivy:

      Das sind drei sehr konkrete Wünsche, die alle enorm helfen würden.

  • Bettina Walch:

    Liebe Gabriela, auch du sprichst mir aus dem Herzen (wie alle hier…) Das Facility Management muss umdenken und bei der Ausbildung fängt es an. Bei den Auftraggeber:innen geht es weiter…. Und tatsächlich: Wenn ich Siloballen sehe auf dem Feld, dann seh ich bloss Massengräber mit Insekten vor mir. Die gehörten dringend abgeschafft. Danke, für deinen Wunsch, lieber Gruss, Bettina

  • Beatrice:

    Liebe Christkind, ich bin zwar etwas spät dran… aber ich wünsche mir,
    . dass in Baubewilligung für Siedlungen, Firmen aber auch Privathäusern Anforderungen für die Biodiversität (einheimische Sträucher, Verbot von invasiven Pflanzen) sowie die bestehenden Vorschriften für die Aussenbeleuchtung integriert, nach dem Bau geprüft und auch periodisch kontrolliert werden.
    . dass die Gemeinden mehr Geld zur Verfügung stellen für die Ausbildung ihrer Gemeindearbeiter, die die Natur im Siedlungsraum pflegen, Flächen entsiegeln, renaturieren und dass die Teams auch genug Zeit erhalten, diese Arbeiten (oft manuell) auszuführen.
    . dass es (verpflichtende?) Weiterbildungen auf Hauswartungsstufe gibt (in deren Berufausbildung sowieso integriert), damit auch dort die Anliegen der Biodiversität verstanden und umgesetzt werden können.
    . dass die Lebensmittelläden Poster aufhängen mit den saisonal aktuellen Gemüse, Obst, Salat, Früchten etc., damit wir Konsumenten wieder lernen, was gerade Saison hat.
    . dass in der Grund- und Oberstufe Biodiversität, Artenschutz etc. in den Stundenplan aufgenommen werden und so eine neue, kritische Generation aufwächst, die ihren Eltern hilft, den Weg zu mehr Naturschutz zu gehen (und z.B. einen Teil des Gartens renaturieren).
    . dass der Wegwerfmentalität entgegen gehalten werden kann mit Aufklärung, aber auch höheren Preisen (Fast-Fashion, Plastik-Spielzeug in Massen, Coop-, Migros-Gratis-Sammelartikel, Coffee-to-Go, elektronische Geräte etc.)
    . dass 30:30 nicht eingekauft werden kann sondern auch die Schweiz massiv mehr Flächen unter Naturschutz stellen muss
    . dass wir Konsumenten bewusst einkaufen und so die Landwirte, die biologisch und tiergereicht produzieren mit fairen Preisen unterstützen
    . dass Gärtenzentren ihre Showflächen umgestalten, viel mehr biologische Setzlinge verkaufen, Infoschilder aufstellen über die einheimischen Arten und warum wir sie in die Gärten holen sollen
    . dass Gartenbaubetriebe ihre Kunden aufklären über einheimische Sträucher und Aufträge ablehnen, wenn gar invasive Arten verbauten werden sollen
    . dass in der Gärtnerausbildung Fächer zu Biodiversität und Artenvielfalt zwingend werden (mit echtem übergeordnetem Ausbildungsplan)
    . dass Gartenbetriebe, die sich in Naturgärten etc. ausgebildet haben ein eigenes Zertifikat und Label erhalten (und nicht alle Gärtner einfach als Naturgärtner bezeichnet werden von Gartenverband….)
    . dass weniger Pestizide und andere Umweltgifte eingesetzt werden
    … es kämen mir sicher noch mehr Sachen in den Sinn. Aber für heute schliesse ich meine Wunschliste ans Christkind. Ich verspreche, dass ich ganz fest mithelfen werden, die Wünsche zu ermöglichen.

  • Bettina Walch:

    Liebe Beatrice
    WOW
    Was für ein (voraussichtlich) perfekter Abschluss für diese Wunschliste ans Christkind. Jeder einzelne würde echt viel bringen. In der Summe wäre das die Trendumkehr. Danke.

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