Nachhaltig anlegen / Teil 2: So schaffst du das in 4 Schritten

4 Minuten
September 28 | 2021

Du möchtest dein Erspartes sinnvoll anlegen, aber weisst nicht wie? Wir zeigen dir zusammen mit Larissa Marti, Expertin Klima und Finanzwirtschaft bei Greenpeace, wie du Schritt für Schritt vorgehen kannst.

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Geld anlegen, aber nachhaltig: Am besten in grüne Energien oder in Unternehmen mit tiefer CO2-Bilanz?   Bild: istock.com

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Schritt 1: Frag dich selbst: Was ist mir wichtig?

Beim Geld anlegen in Aktienmärkten (Fonds, ETF etc.) gibt es fast die gleichen Schritte zu machen wie beim Einkaufen: Dort entscheidest du, ob dir Saisonalität, Regionalität oder Bio wichtig sind. Auch bei Finanzentscheidungen geht es darum, dass du dich fragst: Will ich Gleichgerechtigkeit fördern, ist mir Klimaschutz wichtiger und welche Unternehmen möchte ich nicht in meinem Portfolio? Wer sich entschliesst, sein Geld nachhaltig anzulegen, sollte für sich definieren, was damit erreicht werden soll und wo die Prioritäten bei den Werten sind.

Schritt 2: Prüfe kritisch

Du hast noch nie Geld am Aktienmarkt angelegt? Kein Problem, dafür gibt’s Berater. Sie helfen dir, dein Geld sinnvoll und ohne unnötige oder zu grosse Risiken anzulegen. Geh einfach auf ein von dir gewähltes Institut (Banken wie Alternative Bank Schweiz, Fintech wie Radicant) zu. Starte am einfachsten dort, wo du dein Geld bisher angelegt hast. Alternativ: Kontaktiere verschiedene Institute mit dem gleichen Bedürfnis (von Schritt 1). Du kannst hierzu beispielsweise einen Blick ins Retailbanken Rating vom WWF Schweiz werfen oder auch die Website «Nachhaltiger Finanzplatz» von Greenpeace konsultieren. Sprich dann mit den Anbietern über deine Ziele und Anforderungen. Du kannst mehrere Produkte kombinieren: Ist dir Kreislaufwirtschaft wichtig, so gibt es entsprechende Fonds. Oder es ist möglich, gewisse Unternehmen gezielt auszuschliessen. Bei ETFs (Exchange Traded Funds) beispielsweise kannst du dir die zehn grössten Positionen anschauen und entsprechend entscheiden. Wichtig ist auf jeden Fall: Wenn du etwas nicht verstehst, frag nach. Transparenz ist entscheidend, es geht um dein Geld und deine Ziele.

Wie gut kennst du dich mit dem Thema "nachhaltige Geldanlagen" aus?

Du musst kein Studium machen, um nachhaltig anzulegen: Kritische Fragen an die Bank und ein klares Ziel helfen.   Bild: istock.com

Schritt 3: Gehe Kompromisse ein!

Wenn du heute in nachhaltige Produkte investiert, so sind Firmen wie Amazon, Apple, Pharmakonzerne oder auch Nestlé als Unternehmen gelistet, die keine grossen Emissionen haben. Ist beispielsweise wie bei Apple die Produktion an Drittfirmen ausgelagert, werden die dort entstehenden Emissionen nicht zwingend in die CO2-Bilanz von Apple eingerechnet. Im Fussabdruck von Apple sind also nicht alle Emissionen ausgewiesen, die für ein iPhone oder iPad von der Idee bis ins Kaufregel entstehen. Deswegen finden wir in ökologischen Anlagelösungen auch Firmen, die viele nicht erwarten würden. Dessen musst du dir bewusst sein, wenn du umweltfreundlich investieren willst. Aber, um bei diesem Beispiel zu bleiben: Apple hat sich beispielsweise auch verpflichtet, künftig nur noch recycelte Rohstoffe zu verwenden und in der gesamten Lieferkette nur erneuerbare Energien zu verwenden. Der Unsicherheit kannst du entgegenwirken, indem du bewusst Unternehmen in dein Portfolio integrierst, die alternative Energien (Solar- oder Windenergie) fördern, aber per se nicht mit dem tiefsten CO2-Stempel glänzen können. Das ist dennoch besser als eine Investition in Kohlekraftwerke. Wie beim Einkaufen im Supermarkt sind Kompromisse nötig. Wichtig ist, dass es ein bewusster Entscheid für oder gegen eine Anlage ist und dass du dir soweit möglich Transparenz darüber verschaffst, was dein Geld bewirkt.

Schritt 4: Geld ist angelegt – Auskunft verlangen!

Die gute Nachricht: Dein Geld ist angelegt und wirkt nachhaltig für deine Umwelt und bei gutem Gang rentabel für dich. Bloss: Einfach vergessen solltest du die Anlage nicht. Gerade im Hinblick auf allfällige Portfolio-Änderungen – Unternehmen, die rausfallen oder neu dazukommen – soll dir deine Bank oder deine Berater*in regelmässig Auskunft geben. Damit du Anpassungen machen kannst. Auch, wenn sich deine Ziele ändern.

 

Mitarbeit: Nicole Saunier

 

Die Autorin ist beruflich in der Kommunikation und im Marketing zuhause. Sie ist fasziniert von Unternehmen mit visionären Ideen und macht Impact Investing.

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