Nachhaltige Bademode - ein Bikini aus Fischernetzen

3 Minuten
Juli 5 | 2021

Nachhaltige Bademode ist möglich. Nur: Badehosen, die aus dem Müll im Meer oder aus Limmat-Petflaschen hergestellt wurde? Ist schwer vorstellbar, sieht aber erstens gut aus und ist zweitens nachhaltig. Eine ganze Reihe von Schweizer Marken surft die saubere Welle.

figure
Palmar Swimwear - so geht Bademode nachhaltig

Wirklich nachhaltig: Bei Palmar Swimwear werden alle Bademode-Modelle aus recycelten Stoffen hergestellt.   Bild: zvg

base iframe

Fischernetze und PET-Flaschen sind die neuen Stars Bademode. Das mag nun sonderbar klingen, hat aber durchaus eine Berechtigung. Wer nun befürchtet, dass uns diesen Sommer freizügige Fischernetzbikinis beschert werden, den kann ich beruhigen. Badekleider im Stile von Christina Aguileras “Dirty” sind nicht zu sehen. Vielmehr geht es bei diesem nachhaltigen Trend um den Stoff, der aus Plastikmüll hergestellt wird. Der Müll stammt aus den hiesigen Gewässern oder dem Ozean. Die Produzenten verarbeiten ihn zu Badestoff. So entsteht nachhaltige Bademode.

Recycling im Great Pacific Garbage Patch

Die grösste, bekannte Müllansammlung im Meer ist der Great Pacific Garbage Patch (GPGP). Zu 46% besteht der GPGP aus Fischernetzen. Diese können aufgrund ihrer Dichte nicht auf den Meeresgrund sinken und zersetzen sich nur langsam zu Mikroplastik. Ein unerträglicher Anblick, verursacht durch die Fischindustrie. Doch Dank des Trends hin zu recycelten Materialien, kann zumindest ein Teil dieses Müllbergs sinnvoll wieder verwendet werden. Denn dieses Material bildet die Grundlage für hochwertige Bademode. Wer es somit schick und nachhaltig mag, der greift diesen Sommer zu Bademode aus recyceltem Material. Neben dem Müll aus dem Meer wird aber auch oft Plastik aus Mülldeponien wiederverwendet. 

Volans Swimwear - nachhaltige Bademode

Volans nachhaltige Bademode: Design und Entwürfe werden in Zürich gemacht.      Bild: zvg

 

 

Die Labels für nachhaltige Bademode

  • RoundRivers, https://roundrivers.com, hochwertige Bademode aus Zürcher PET-Flaschen. Der Gründer fischt sie eigenhändig aus der Limmat. Der Brand hat einen CO2-positiven Footprint und alles wird in einem Umkreis von 140 km produziert.
  • Neumühle, https://neumuhle.ch, die Badekollektion wird zum Teil in der Schweiz aus Fischernetzen und Nylonresten hergestellt. Zudem bieten sie einen Repair-Service für ihre Produkte an. Nebst Bademode entwirft Neumühle auch weitere, ausgewählte Produkte. 
  • Pater et Filius https://paterfilius.com/, Slowfashion für Herren mit für den Brand eigens entworfenen Drucken. Elegante in Europa handgefertigte Modelle.
  • Maison Blanche, https://www.maisonblanche.swiss,  (100% swissmade), genderfluide Bademode aus Zürich. Der Brand legt hohen Wert auf Nachhaltigkeit und produziert daher nur in kleinen Auflagen. Modelle können direkt im eigenen Atelier anprobiert werden.
  • Pura Clothing   https://www.puraclothing.com/, Brand für Leisurewear und Bademode. Die CO2-Bilanz wird durch die Vermeidung von Flugreisen und naher Produktion in Italien sehr gering gehalten. Für die ganze Kollektion werden nur recycelte Stoffe verwendet und zudem nur in überschaubaren Mengen produziert, um Überschuss zu vermeiden.
  • Sanikai (100% swissmade), https://www.sanikai.com/shop/vianna, Badeanzug wird auf Anfrage exklusive in der Schweiz aus recyceltem Nylon hergestellt. Der vegane Brand wurde 2015 mit dem höchsten Anspruch an  Ethik und Qualität gegründet.
  • Volans https://www.volans.ch/, formgebende Bademode mit Fokus auf die Schnittführung und die perfekte Passform. Die Materialien stammen alle aus Europa, wo die Badekleider in einer kleinen Manufaktur auch produziert werden. Das Design und die Entwürfe werden im Herzen von Zürich hergestellt.
  • Madame Pierre von Sabrina Peter (100% swissmade)  https://madamepierre.ch/, Atelier mit Massanfertigung. Die Modelle werden vom Pinselstrich bis zum fertigen Kleidungsstück in der Schweiz in Rapperswil hergestellt. Zudem werden nur ÖKO-TEX-zertifizierte Materialien aus Europa verwendet.
  • Palmar Swimwear, https://palmarswimwear.com/, der Brand vermittelt die Gelassenheit des Mittelmeer-Feelings. Die Modelle werde aus receycletem Stoff hergestellt und mit viel Herzblut in der Schweiz entworfen.
  • ANNAHA, https://www.annahaswimwear.com , nachhaltige Badeanzüge aus der französischen Schweiz. Die Badeanzüge werden aus Eco-Stoff hergestellt und die Lieferanten werden sorgfältig auf ihr ethisches Engagement hin ausgewählt.
  • Lahco, https://lahco.ch, Oldie but Goldie steht Lahco seit 1922 für hochwertige, Schweizer Bademode. Sie verwenden ebenfalls ein recyceltes Material und die Produktion findet vollständig in Europa statt.

Wer auf nachhaltige Bademode setzt, tut etwas für den Umweltschutz. Und wer für den Winter nachhaltige Winterjacken sucht, findet bei Go Green ebenfalls wertvolle Tipps.

https://www.nature.com/articles/s41598-018-22939-w

Die Autorin ist Gründerin des Marktplatzes Faloa, der für hochwertige vegane Fashion steht. Kürzlich lancierte sie die Modelinie Babas.
www.faloa.com

Kommentare

  • Joya:

    Sehr schöne Bikinis! Nur ist ide Badesaison leider schon bald vorbei… und wo ist überhaupt dieser Sommer… 🙁

  • mel:

    ich hatte gar nicht gewusst, dass es Lahco noch gibt und die auch nachhaltige Bademode machen!!! sehr nice!

Bewertungen

Bewertungen: