ETH-Studie zeigt: Wälder bringen mehr Niederschläge

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Juli 8 | 2021

Eine Studie der ETH Zürich hat den Effekt europäischer Wälder auf die Niederschlagsmenge untersucht. Bis zu 10 Prozent mehr Regen oder Schnee könnte eine Aufforstung bringen.

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Wie wichtig Wälder sind, zeigt die neue ETH-Studie: Sie bringen auch mehr Niederschlag.  Bild: istock.com/VictorCap

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Lange schon ist in der Klimaforschung bekannt, dass Wälder Klima regional beeinflussen können. Im Sommer zum Beispiel federn sie die Oberflächentemperatur ab. Nun sind Forschende der ETH Zürich auch der Frage nachgegangen, wie sich Wälder und die Aufforstung von Landwirtschaftsflächen auf die Niederschläge auswirken.

Bis zehn Prozent mehr Niederschlag

Das Forschungsteam untersuchte dabei verschiedene europäische Regionen. Verglichen wurden dabei die Daten einer Messstation auf einer landwirtschaftlichen mit denen auf einer bewaldeten Fläche. Das Ergebnis: Vor allem im Winter gibt es über bewaldeten Gebieten deutlich mehr Niederschläge. Die Forschenden erklären diesen Effekt unter anderem mit einer erhöhten Oberflächenrauheit. Die wird durch die Bewaldung bedingt. Zum anderen besteht im Winter ein höherer Temperaturunterschied zwischen dem warmen Wald und seiner Umgebung. Auf Basis dieser Funde rechnete das Forschungsteam anschliessend aus, wie sehr die Niederschlagsmenge in Europa durch zusätzliche Aufforstung beeinflusst werden könnte. Die Zahl mag utopisch klingen, zeigt aber das Potenzial des Effekts: Um mehr als zehn Prozent könnte die Niederschlagsmenge insgesamt zunehmen. Dafür müsste auf einem Viertel von Europas Fläche aufgeforstet werden.

Wälder gegen Hitzewellen

Die Ergebnisse der ETH-Studie stimmen hoffnungsvoll: Sie legen nämlich nahe, dass durch Aufforstung dem Trend von mehr Hitzewellen und Dürren entgegengewirkt werden könnte. Auch in der Schweiz gehören die beiden Phänomene mit zu den häufigsten Prognosen, die aufgrund des Klimawandels gemacht werden. Die Forschenden haben für die Studie Niederschlagsdaten von über 5800 Messstationen unterschiedlicher Messnetze berücksichtigt. Den Fokus der Analyse legten sie auf fünf Regionen in Europa: Gebiete in und um Grossbritannien, Deutschland, den Niederlanden, Schweden und Finnland.

Die Autorin studiert Umweltwissenschaften an der Uni Fribourg und beschäftigt sich mit Fragen zur klimaverträglichen Gesellschaft.

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