Volvo EX90 im Test - 7 Plätze und Komfort für das grosse Budget

3 Minuten
28. August 2025

Der vollelektrische Volvo EX90 wurde an den World Car Awards zum „World Luxury Car 2025“  gewählt. Wir haben ihn diesen Sommer zwei Wochen lang auf der ganz langen Strecke getestet. Unsere Begeisterung über den Platz, den Komfort und die Leistung mischt sich mit ein paar Fragezeichen.

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Volvo EX90 Test

Der Volvo EX90 ist mit seinem gewaltigen Raumangebot und dem Komfort gerade auch für eine Ferienfahrt ideal.  Bild: Volvo

„Einsteigen, bitte!“, sage ich zu den Kindern vor der Fahrt in die Bretagne und hätte besser „aufsteigen, bitte!“ gesagt. Denn der Volvo EX90 ist nicht nur sehr lang (5,03 Meter) und breit (2,11 Meter mit Seitenspiegeln), sondern mit 1,74 Metern eben auch hoch. Entsprechend ist es auch die Einstiegskante, dass es sich – zumindest für die Kinder – wie ein kleiner Aufstieg anfühlt.

Als wir sitzen, entfaltet sich die ganze Grösse unter dem natürlichen Licht des Panoramadachs. Der Volvo EX90 im Test bietet sieben bequeme Sitze, die aus recycelten und biologisch angebauten Materialien bestehen, wobei sich die zweite Reihe auch noch in der Neigung verstellen lässt. Und weil wir diese Sitze auch nach vorne bewegen können, wären selbst auf den hintersten zwei Plätzen Mitreisende mit 1,75 Meter Körpergrösse noch gut bedient. Dahinter gibts je nachdem 324 Liter Kofferraum (bei aufgestellter dritter Reihe) oder aber satte 655 Liter wie wir es zu viert brauchen. Da passt beim üppigen Gepäck sogar noch das SUP mitsamt Paddel hinein. Wer den gesamten Fond fürs Gepäck statt Passagiere braucht, hat insgesamt 1915 Liter zur Verfügung.

Sanfter Gleiter mit grosser Leistung

Den EX90 gibt es mit den unterschiedlichen Antriebsvarianten Single Motor (bis 205 kW/279 PS), Twin Motor (bis 300 kW/408 PS) und Twin Motor Performance (380 kW/517 PS). Wir haben letztere getestet und waren zwar nicht verwundert, dass damit gewaltig viel Schub kommt (in fünf Sekunden auf 100 km/h) und das Überholen nie ein Problem ist, sondern wie elegant er die 2,8 Tonnen bewegt. Das adaptive Luftfederfahrwerk macht auch zügige Fahrten auf etwas holprigen Nebenstrassen zum Erlebnis des sanften Gleitens. Allzu sportlich in die Kurven sollte man das Auto wegen seiner Höhe aber nicht drängen, da sich seine „Kopflastigkeit“ dann bemerkbar macht.

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Volvo EX90 Platz

Bequemes Sitzen auch in der dritten Reihe: Der Siebensitzer Volvo EX90 besticht durchwegs durch Komfort.  Bild: Volvo

Mit zwei Ladestopps zum Atlantik

Wir sind den Volvo EX90 mit Bedacht und nicht allzu fordernd gefahren – das zahlt sich aus. Zwar lagen wir im gemessenen Bereich mit 23 kWh/100 km etwas über dem offiziellen WLTP-Verbrauchswert von 20 bis 22 kWh/100 km und kamen auf rund 480 Kilometer Reichweite.  Auf der reinen Autobahnfahrt quer durch Frankreich erhöhte sich der Verbrauch bei durchschnittlich gefahrenen 130 km/h aber und wir schafften noch um die 350 Kilometer. Mit zwei Ladestopps reichte das von Zürich bis zum Atlantik. Das Beine-Vertreten ist über diese Distanz ohnehin sehr gefragt.

Die maximal angegebene Ladeleistung von 250 kW konnten wir an den Schnelladesäulen nie erreichen. 190 kW war das höchste aller Gefühle. Die Zeit, um die Batterie von 10 bis 80 Prozent zu laden, lag bei uns durchwegs um die 35-38 Minuten. Keine Frage, dass Volvo hier früher oder später auch mit der 800-Volt-Lade-Architektur nachlegen dürfte, die ja bereits im ES90 verbaut ist.

Volvo Cockpit

Schlichte Eleganz und hochwertige Verarbeitung zeichnen das Cockpit aus.  Bild: Volvo

Top-Verarbeitung, ein Fragezeichen bei der Software

Was gefällt an diesem Auto? Natürlich der angesprochene Platz, der Komfort auf sämtlichen Sitzen, aber auch die hochwertige Verarbeitung – unter anderem mit dem hinterleuchteten Holzdekor. Wir hatten in der Sonderausstattung die Soundanlage von Bowers & Wilkins (CHF 3’270) eingebaut, die auch für geübte Ohren kaum Wünsche offen lässt. Liebhaber klassischer Musik werden hier richtig gut bedient.

Wie bei fast allen neuen Elektroautos gibt es auch im EX90 kaum mehr Knöpfe zum Drehen oder Drücken. Im grossen zentralen Display können wir fast alles regeln – sogar das Handschuhfach lässt sich nur über den Bildschirm öffnen. Auch wenn wir uns an dieser Stelle wiederholen: Das Google-Infotainment-System ist und bleibt schwach, wenn es um gesprochene Navigationsbefehle geht. Kaum eine Orts- oder Strassenbezeichnung wurde verstanden – egal mit welchem Akzent. Dafür hat es uns die Zwischenstopps ständig neu berechnet und die optimalen Autobahnraststätten wunderbar angezeigt.

Das zentrale Display liess uns einmal im Stich, als wir am Ferienort losfahren wollten und liess sich erst nach einiger Zeit wieder aufstarten. Einmal wurde der Schlüssel nicht erkannt, sodass wir mit dem Laden warten mussten. Solche Software-Probleme dürfte Volvo mit Over-the-Air-Updates lösen.

Volvo EX90 im Test: Gewaltige Ausmasse und viele Vorteile fürs ganz grosse Budget

Was dieser Volvo EX90 alles kann, ist hier im Artikel nur angeschnitten. Es ist schlicht zu vielfältig, um im Detail auf all die technischen Finessen – vom automatisierten Überholvorgang bis zum Einparken – einzugehen. Dieses Auto hat nicht nur gewaltige Ausmasse, sondern auch gewaltig viele Vorteile, welche sich natürlich auf den Preis auswirken. Dieser Luxus-SUV ist etwas für Leute mit einem grossen Budget. Den EX90 Single Core (5 Sitze) gibt es ab CHF 94’950, den Twin Motor Performance AWD ab CHF 112’650.

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Autor:in: Christian
Bürge
Der Journalist ist Co-Founder und Chefredaktor des Magazins
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www.christianbuerge.com
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