Unverpackt einkaufen - das Angebot wird grösser

2 Minuten
September 3 | 2021

Wir bilden uns ein, dass unverpackt einkaufen wahnsinnig kompliziert ist. Dabei haben wir das früher immer so gemacht. Die Läden dazu gibt es. Auch die Grossverteiler Coop und Migros ziehen nun mit. Und der Aufwand für den Einkauf ist für die Konsumentinnen überschaubar.

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Abfüllstation im Zero-Waste-Shop: Das Angebot wird immer breiter.    Bild: istock.com/Newman studio

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Es ist nicht lange her, da war es einfach, unverpackt einzukaufen. Es war ganz normal. Meine Mutter kennt das noch: Die Frau ging mit dem eigenen Brotsack zum Bäcker oder sie nahm eine Milchflasche zur Milchzentrale und liess diese dort abfüllen. Doch in maximal zwei Generationen hat sich alles verändert. Wir brauchen eine Gegenbewegung, um wieder unverpackt einkaufen zu können. Was ist passiert? Und wie ist es in so kurzer Zeit passiert? Klar, es ist einfacher und bequemer für alle, wenn Lebensmittel, aber auch vieles andere, verpackt bereit stehen. Einfacher, um diese für den Transport bereit zu machen. Schneller für den Verkäufer zum auspacken und in den Regale zu stellen. Aber auch für uns, die einfach schnell und ohne Vorbereitung in den Laden gehen und einkaufen können.

Unverpackt einkaufen ist...

Regional beim Bauern einkaufen

Doch wie immer bezahlen wir einen Preis für die Bequemlichkeiten. Nicht nur, weil wir auch die Verpackungen bezahlen. Viel mehr leidet die Natur und unsere Mitwelt. Wir wissen bald nicht mehr wohin mit dem Abfall. Wie ändern wir das? Ein Weg ist es, die Dinge unverpackt einzukaufen. Damit gebe ich das Signal: für mich braucht niemand Verpackungen zu produzieren! Als ich vor Jahren damit angefangen habe, kaufte ich mehrheitlich auf den Märkten oder direkt bei den Produzenten beziehungsweise Bauern ein. Ich investierte viel Zeit und profitiere heute noch von diesen Kontakten. Das ist eine schöne Abwechslung. Jeder Person, die sich die Zeit nehmen möchte, kann ich nur raten: Kauf alles, was du kannst, beim Produzenten regional in Deiner Nähe.

Auch Coop und Migros ziehen jetzt mit

Es gibt mittlerweile aber auch viele Läden, die neu entstehen und in denen wir unverpackte Produkte einkaufen können. Und selbst die Grossverteiler denken um. Coop hat bereits erste Abfüllstationen für Mineralwasser und Bier und will mit lang haltbaren Lebensmitteln, Wasch- und Geschirrspülmitteln nachziehen. In der Migros beispielsweise sind nach einer Versuchsphase mit sechs Filialen bis Ende des Jahres 15 weitere Unverpackt-Stationen mit 70 Bio-Produkten geplant.

Wie ich bereits angedeutet habe, braucht es für den Einkauf in den Unverpackt-Läden kleine Vorbereitungen. Folgendes nehme ich für meinen Einkauf mit:

  • Einkaufskörbe und Taschen für Obst und Gemüse
  • Stoffsäcke für Brot, Reis, Hülsenfrüchte, Nüsse und Ähnliches
  • verschliessbare Behälter und Flaschen für Öl, Essig, Waschmittel, Mehl, Müsli, Patisserie und dergleichen

Gläser und Flaschen für Öl, Essig, Waschmittel, Mehl oder Müsli in den Korb, dann gehts zum Einkaufen.   Bild: Elly Brufani

Die Vorbereitungszeit lohnt sich auf jeden Fall. Zwar investiere ich etwas Zeit vor dem Einkauf, doch wenn ich zu Hause angekommen bin, kann alles ohne Abfall in die Schränke versorgt werden. Es sieht schöner aus und sind die Lebensmittel aufgebracht, entsteht kein Abfall. Ausserdem freut sich mein Mann darüber, dass er nicht mehr so oft zur Recycling-Station fahren muss! Sicherlich bedeutet Zero Waste viel mehr als nur unverpackt einzukaufen. Aber ich hoffe, Du probierst es einmal aus. Auf zerowasteswitzerland.ch findest du mehr zum Thema!

Autor: Elly
Brufani
Elly Brufani ist Botschafterin von Zero Waste Switzerland und findet kreative Wege, den Fussabdruck zu minimieren.

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